Visualisierungsprojekt 2020 Arbeitsergebnisse

Video 1

Was uns herausfordert:
 
DEUTSCHDIDAKTIK
Deutschlernende besuchen jahrelang Schulen und Sprachkurse, erwerben Schulabschlüsse und Zertifikate, aber es bleibt dennoch ein Unsicherheitsgefühl beim eigenständigen Formulieren differenzierter Gedanken und Sachverhalte („Artikelfalle“).
 
GESELLSCHAFT
Vielfalt wird von Menschen nicht selbstverständlich als Wert wahrgenommen, sondern angesichts zunehmender Komplexität unseres Lebensumfeldes im globalen Kontext auch als Bedrohung und Auslöser von Ängsten vor dem Fremden oder vor dem Verlust der eigenen Sicherheit.
 
LEHR- UND LERNKULTUR
Unser aller Lehr- und Lernverhalten ist stark geprägt von tradierten Handlungs- und Haltungsgewohnheiten, die uns für eine zeitgemäße Bildung nicht mehr angemessen erscheinen, die wir aber dennoch täglich in den Klassenzimmern und auch in jedem Schulbuch oder Arbeitsblatt unbewusst und unhinterfragt weiter einsetzen und zur Wirkung kommen lassen.
 
 
Unsere Zielgruppe:
Alle Menschen, die an Lehr- und Lernsituationen beteiligt sind. Lehrende, Lernende, Lerngemeinschaften und Multliplikatoren in außerschulischen und schulischen Kontexten. (Kinder als bewusst aktive Lernende erst ab einem Alter von ca. 9 Jahren.)

 
 
unsere Ziele:
 
DEUTSCHDIDAKTIK
Ein innovatives Lehr-Lernsystem für Laien und Profis zugänglich machen, das den Fokus auf die Satzstruktur der deutschen Sprache legt und das Lehren und Lernen eines differenziertesn Ausdrucksvermögens erleichtert.
 
GESELLSCHAFT
Menschen unterschiedlicher Generationen, Vorerfahrungen und Milieus entdecken gemeinsam eine neue Beziehungskultur in Lehr-Lernsituationen und kommen darüber in einen transkulturellen Diskurs.
 
LEHR- UND LERNKULTUR
Vertrauensräume schaffen, in denen Lehrende und Lernende gemeinsam

 
 
Haltung und Ausrichtung:

Lernen wünschen wir uns in einen freien, vielfältigen und heterogenen natürlichen Kontext. Statt dass Lernende nach Alter „sortiert“ nach vorentwickelten Konzepten „beschult“ und dadurch letztendlich im Wachsen begrenzt werden, möchten wir helfen, die Trennung zwischen „echtem Leben“ und „schulischem Lernen“ zu überwinden und individuelle Lernwege in Gemeinschaft möglich machen.
 
 
„Assistierende Arbeitsteilung“ im informellen Leben am Beispiel „Fahrrad fahren lernen“.

In informellen Situationen stellen wir uns keine Aufgaben und prüfen uns nicht, sondern helfen assistierend beim Lernen.
Hier: Das Kind lenkt, schaut und tritt, der Erwachsene sichert das Gleichgewicht und achtet auf den Untergrund. Mit abnehmender Hilfestellung lernt das Kind nach und nach, alle Teilaspekte des Fahrens selbstständig zu koordinieren und zu beherrschen. Dieses Verhallten der abnehmenden Assistenz haben wir für den LOA-Lernansatz adaptiert und methodisiert. Augenzwinkernd nennen wir es „Assistierende Arbeitsteilung“. (Mit LOA fühlt sich Lernen ja gar nicht wie „Arbeit“ an.)
 
 

Symbole für die 5 Lernstufen beim Lernen ohne Aufgaben:

Wir haben die Lernstufe 3+ hinzugefügt. Wenn ich etwas gelernt habe und aktiv kann, suche ich mir einen anderen Könner und bitte ihn, mir zu bestätigen, dass ich das Gelernte richtig sprechen / schreiben / ausführen kann. Mit dieser Bestätigung bin ich selbst auch in der Lage, mein Können weiterzugeben und anderen bei der Aneigung zu assistieren (Peer-Lernen).
 
 
Schema: außen-innen-außen (noch zu überarbeitender Entwurf).

Wir möchten mit dieser Illustration dazu anregen, den eigenen Alltag Revue passieren zu lassen und darauf zu achten, welche Aktivitäten „von außen nach innen“ und welche „von innen nach außen“ gerichtet sind. Bei vielen von uns, erst recht bei Schulkindern, ist die Richtung außen-innen dominanter: Wir reagieren eher auf Dinge, die an uns herangetragen werden, als dass wir nach inneren Impulsen handeln können. Beim LOA-Lernen achten wir auf eine Ausgewogenheit von außen-innen-außen. Die Orientierung an den 5 Lernstufen unterstützt Lernende dabei und gewährleistet, dass nach einmaligem Verstehen das Lernthema nicht weggelegt oder vergessen, sondern bewusst zu einem aktiven Könnensschatz ausgebildet wird, sodass der Lernende später darauf zurückgreifen, es nutzen, weiterentwickeln und gern auch mit anderen teilen kann.
Die Visualisierung ist noch nicht zufriedenstellend und wird noch überarbeitet. (Weniger statisch und lesbare Schrift).
 
 

Sprechen & Schreiben – Komplexes Sprachkönnen

Dieses Wandplakat verdeutlicht Lehrenden und Lernenden, welch komplexe Hintergrunderfahrungen nötig sind, um aktiv zu sprechen und zu schreiben.
 
Erläuterungen:
 
Obere Gedankenblase für das aktive Sprechen:
Weltwissen, sinnliche Erfahrung, Versprachlichung mit einer Person, die mich wahrnimmt und die Freude mit mir teilt.
Implizites (meist unbewusstes) Wissen um die Satzstruktur und Flexionssystem der Sprache. (Mit LOA machen wir dies bewusst und achten dabei auf eine Abfolge von Abstraktionsstufen von real zu mental.)
 
Untere Gedankenblasen für die Ausbildung einer Literalität.
Links: Die 10 kleinen Sprachexperten lassen nach LOA-Art die vielfältigen Aspekte von Sprache deutlich werden. („Grammatik lernen wie ´nen Tanz.)
 
Rechts: Um selbst ein sicheres Ausdrucksvermögen zu entwickeln, bedarf es der individuellen Begleitung durch einen freundschafltichen Menschen, der mich mitnimmt in die Welt der Bücher und mit mir gemeinsam innere Bilder entwickelt zu den Geschichten. Diese inneren Bilder sind individuell gestaltet und es macht einen Reiz aus, sich darüber zu verständigen. (Transkultureller Diskurs).
 
Unten: Bewusstes Erkennen von Schreibweisen, Abrufen des visuell Gespeicherten in Kombination mit der akustischen Erinnerung führt zum bewussten Schreiben (unter Bezug auf ein innerlich abgespeichertes Sprachwissen als Orientierungshilfe).

 

Lernbrereich Deutsch für Einsteiger:

Dieses Wandplakat verdeutlicht Lehrenden und Lernenden den LOA-Lernansatz im Bereich des Deutschen als neue Sprache.

Erläuterung:
 
Die Lehrenden präsentieren den Lernenden Merksätze und Sprachschleifen. (Lernstufe 1)
 
Die Lernenden wählen „Lernerlis“ aus und trainieren in Stufen und mit Assistenz, die „Lernerlis“ zu „Könnerlis“ zu machen, das heißt, ein aktives Sprech- und Schreibrepertoire aufzubauen. (Lernstufe 3 und 3+)
„Könner“ haben vielleicht Freude daran, ihr Können zu teilen und anderen beim Durchschreiten der Lernstufen zu assistieren (Peer-Lern-Praxis).
Der Fokus liegt dabei auf dem Erwerb eines Sprachstrukturschatzes.
Spielerische Variationen helfen den Lernenden vom Imitieren über das Kombinieren und Variieren zum freien Improvisieren und selbsttägigen Verwenden der Sprachstrukturen.
Schon Sprachanfänger können so in der neuen Sprachen Deutsch auch in die Welt der Fantasie eintauchen und eigene Ideen zum Ausdruck bringen.

 
 

Der LOA-Satzbaukasten

Ein Lernmittel, das Lehrenden und Lernenden hilft, den Fokus auf die Satzstruktur zu legen, um eine differenzierte Ausducksweise zu erlernen.


Auflistung der Satzbausteine.
 
 

Spielfeld für die Produktion eigener „Verbcode-Geschichten“.
 
 

Vielfältige Anwendunsbeispiele für Anfänger bis Meister werden auf der Webseite loa.jetzt als OER (Open Educational Ressources) zur Verfügung gestellt und für Multiplikatoren+ kommentiert.
https://www.loa.jetzt/glossary/loa-satzbaukasten/
 


 

LOA-Basiswortschatz

Wortschatz vermitteln wir anhand von Kategorien, die das Denken in der neuen Sprache anregen.

 
Für die Artikelzugehörigkeit verwenden wir keine Farben, wie allgemein üblich, sondern die Symbole Mann – Frau – Kind (entspricht DER-Wort, DIE-Wort, DAS-Wort).
Farben stehen bei uns für die 4 Fälle, da deren Gebrauch zu erlernen eine weit größere Herausforderungen darstellt als das Erlernen des Artikels in der Grundform.
 
Als Basiswortschatz suchen wir jeweils sogenannte „Artikeltrios“ – jeweils ein DER-Wort, ein DIE-Wort und ein DAS-Wort aus einer bestimmten Kategorie.
Die Lerngruppe erweitert dann diesen Basiswortschatz nach aktuellem Bedarf und stellt sich anhand dieser Grundstruktur den eigenen Lieblingswortschatz zusammen. Innere Merkhilfen gestalten sie durch die Erfindung von kleinen Spielszenen, in denen jeweils ein Mann, eine Frau oder ein Kind involviert ist – je nach Genus (Artikelzugehörigkeit) des neuen Wortes. Auf den Lieblingswortschatz einer Lerngruppe greifen die Lernenden immer dann zurück, wenn sie neue Sprachstrukturen einüben. Dann können sie den Fokus auf die Struktur legen, während sie mit vertrauten Wortbeispielen experimentieren.
 


der Mann – die Frau – das Kind (Personen aus Realistan oder Fantasien)

das Messer – die Gabel – der Löffel (Personifizierte Gegenstände aus Fantasien)

der Esel – die Kuh – das Pferd (aus Realistan oder Fantasien) (Hier gibt es unterschiedliche Blickweisen: Ist ein Tier eine Person / ein Mitgeschöpf oder eine Sache / ein Lebensmittel?)

der Stein – die Muschel – das Holzstück

der Apfel – die Birne – das Brötchen

der Tisch – die Kommode – das Regal

der Würfel – die Kugel – das Rad

der Gedanke – die Idee – das Gefühl

 
Lernbereich Deutsch für Aufsteiger – 10 kleine Sprachexperten

Hintergrund blau – passend zur Farbe des Lernbereichs auf der Webseite loa.jetzt. Die Sprachexperten stehen für unterschiedliche Perspektiven auf Sprache, die ein geübter Sprecher oder Schreiber unbewusst ständig anwendet und je nach Bedarf in die Produktion von differenzierter gesprochener oder geschriebener Sprache einbezieht.
Für den LOA-Lernansatz haben wir die Lerninhalte so aufbereitet, dass jeder sie sich über das Tun, über Merksätze, Bewegungen, innere Bilder mit spielerischem Ernst aktiv aneignen kann: „Grammatik lernen wie ´nen Tanz!“.


Der Laute-Sammler kann gut hören und sprechen, nicht aber lesen oder schreiben. Er zerlegt Sprache in einzelne Laute, die er in seinem Studio sortiert und aufbewahrt.

Der Buchstaben-Sammler kennst sich genau damit aus, welche Buchstabenzeichen zu welchen Lauten gehören. Er hat zuhause Regale über Regale, in denen er die unterschiedlichen Buchstaben und Buchstabenkombinationen sortiert.

Der Klanssilben-Sammler ist sehr musikalisch. Er singt oder tanzt oder rappt die Sprache und unterscheidet nur danach, wie die Wörter sich nach ihrem Klang in Silben unterteilen lassen. Beispiel: lau-fen.

Der Sinnsilben-Sammler sagt zum Klangsilbensammler: „Schnickschnack! Was soll den lau bedeuten und fen? Das gibt es ja gar nicht!“. Er trennt die Wörter nach dem Sinn: lauf-en.

Der Wortarten-Sammler kennt zwei tolle Sprüche, mit denen er die Wortarten an den zehn Fingern abzählen kann: An der einen Hand die veränderlichen Wortarten, an der anderen Hand die unveränderlichen.

Der Satzteile-und-Attribute-Sammler ist eine feine Dame, die ihre Sätze mit viel schmückenden Accessoires ausschmückt und bereichert.

Der Einfache-Sätze-Sammler sieht so unscheinbar aus, aber er hat es faustdick hinter den Ohren: Er kennt den Verbcode und weiß, wie man vermeiden kann, in eine Artikelfalle zu tappen.

Der Zusammengetzte-Sätze-Sammler hat schon viele dicke Bücher gelesen und liebt es, ganz lange, verschachtelte Sätze zu schreiben.

Der Textabschnitte-Sammler ruft Schauspieler auf die Bühne und dreht einen inneren Film zu jeder Geschichte. Die merkt er sich samt Bühnenbild und Szenenfolge.

Der Texte-Sammler ist eine Leseratte. Selbst wenn es Schokoladenpudding gibt, muss er erst das Kapitel zuende lesen, bevor er sich von seinem Buch losreißen kann.
 
 

LOA – Lernformate


 
 
LOA Lernen: generationsübergreifend, kulturübergreifend, milieuübergreifend

In den LOA-Lerntreffen begegnen sich Menschen ganz unterschiedlicher Vorerfahrungen. Sie erleben, praktizieren und verinnerlichen eine neue Lernkultur, entdecken gemeinsame Lernfreude und entwickeln sich im besten Fall zu neuen freundschaftlichen Lerngemeinschaften. Verbindlich im wörtlichen Sinne und vorbildlich für uns alle. Denn wir sehen uns mit der zunehmenden Heterogenität in unserer Gesellschaft herausgefordert, Lernbegegnungen so zu gestalten, dass die Individuen sich in Gemeinschaft frei entfalten und den eigenen Lern- und Lebensweg in einer Ermöglichungskultur des Miteinander gestalten können.

Video 1

Unfertiges:


Du möchtest mehr über den LOA-Lernansatz erfahren?

Egal, ob du Laie bist oder Profi: Gern zeigen wir dir live, wie LOA-Lernen funktioniert. Aktuell bieten wir Online-Treffen zum Thema "Mathematisches Vorstellungsvermögen und Sprache" sowie zum Thema "Deutsch für Einsteiger mit Sprachschleifen" an. Bei Interesse schreib einfach in das Kommentarfeld. Wir informieren dich zu den Zeiten.
(Deine Daten geben wir nicht weiter.)
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir finanzieren unsere Arbeit durch Spenden, Förderungen, Ermöglichungsbeiträge.
Wir freuen uns, wenn du dabei bist!