1.7 Ja, sie stehen.

variieren und schreiben

Variation:

Was ist das? Das ist eine Kugel.
 
Ja, sie schwimmt. Nein, sie schwimmt nicht. Schwimmt sie? Schwimmt sie nicht? Ich weiß es nicht.

 

 
Ich glaube, sie schwimmt nicht.
Nein, sie schwimmt nicht.
 
Ich glaube, sie schwimmt.
Nein, sie schwimmt doch nicht.
 
Ich glaube, sie schwimmt nicht.
Doch, sie schwimmt.

Lernerlis und Könnerlis

Ich kann mitsprechen und die Bewegungen ausführen.

Ich kann es alleine sprechen.

Ich kann das Ratespiel mit richtigen Worten spielen.

Ich kann die Farbschrift ohne Worte „lesen“

Ich kann alles nur denken.

Ich kann alles aufschreiben und dabei mitsprechen.

für Lehrende

—–
Ja, sie stehen.
 
Mit diesem Spiel trainieren die Lernenden den Satzbau für die vier logischen Varianten:
 
1. positive Aussage (Ja, sie stehen.)
2. negative Aussage (Nein, sie stehen nicht.)
3. Frage (Stehen sie?)
4. verneinte Frage (Stehen sie nicht?)
 
Es geht zunächst darum, ein SprachKÖNNEN aufzubauen. Wie ein Ritual wird der Spruch gesprochen, sodass sich die Strukturen über das Tun, Hören, Sprechen einprägen.
 
Die Tatsache, dass sich die Verbstellung für den Fragesatz ändert, wird zunächst nicht thematisiert, sondern einfach eingeübt.
 
Jede neue Sprachschleife kann später mit der Ja-Nein-Weiß-nicht-Spielerei variiert und trainiert werden.
Irgendwann ist das SprachKÖNNEN so ausgereift, dass dann auch die Metasprache („Regel“ für die Verbstellung) thematisiert werden kann.
 
 

Variation (Ja, sie schwimmt):
 
Die erste Kugel ist aus Holz, die zweite Kugel aus Metall und die dritte Kugel aus Kork. (So kommt es, dass die beiden schwimmenden Kugeln unterschiedlich weit aus dem Wasser herausragen. Kork ist ja noch leichter als Holz.)
 
Die Variationen der Satzstruktur verbinden sich hier mit sinnlichen Eindrücken:
Ich spüre das Gewicht der Kugel in meiner Hand, dadurch weiß ich vielleicht schon vorab, ob die Kugel schwimmen kann oder nicht.
Mein Mitspieler+ wiederum weiß z.B. nicht, ob die Metallkugel hohl ist oder massiv. Er+ stellt also eine Vermutung an, die sich als richtig oder falsch herausstellen kann.
So wird unser kleines Sprachspiel zu einem echten Spiel, bei dem sich der Wunsch, die Sprachstruktur richtig sprechen zu können mit dem Spiel verbinden.
 
Wer mag, kann jetzt andere Gegenstände suchen und ausprobieren ob sie schwimmen.
Begleitend kann man den Wechsel von Artikel zu Personalpronomen trainieren:
 
ein – der – er
eine – die – sie
ein – das – es
 
Zur weiteren Variation bieten sich Spiele an, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt:
 
Beispiel:
Zwei Kinder halten einen Vorhang. Dahinter steht ein Stuhl. Ein drittes Kind setzt sich – oder eben nicht.
 
Die Kinder vor dem Vorhang sprechen: Ja, du stehst. Nein, du stehtst nicht. Stehst du oder stehst du nicht? Wir wissen es nicht.
 
Dann geben sie ihren Tipp ab, der Vorhang wird gesenkt und sie schauen, ob sie richtig geraten haben.


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